Akutdiagnostik des Schlaganfalls mittels CT-Perfusion zur Prognose des Therapieerfolges der systemischen und endovaskulären Reperfusion

Beschreibung

Motivation

Die Therapie des akuten ischämischen Schlaganfalls erlebte im Jahr 2015 eine Revolution mit der klinischen Validierung des neuen Verfahrens der endovaskulären Thrombektomie zur Entfernung des ursächlichen Blutgerinnsels als Zusatz zur bereits über zwei Jahrzehnten etablierten systemischen intravenösen Thrombolyse. Hierdurch sind viele neue, klinisch relevante Fragestellungen entstanden in Bezug auf den Nutzen der Therapieoptionen einzeln oder in Kombination. Dies ist insbesondere darin begründet, dass sich Schlaganfallpatienten stark bezüglich diverser klinischer und pathophysiologischer Eigenschaften (Grad des neurologischen Defizits, Zeit seit Symptombeginn, Kollateralisierung, Gefäßanatomie) unterscheiden können.

In der radiologischen Diagnostik des akuten Schlaganfalls wird stets eine native CT und eine kontrastverstärkte CT-Angiographie durchgeführt. Darüber hinaus wird in vielen spezialisierten Zentren die CT-Perfusion eingesetzt, eine dynamische Untersuchung der zerebralen Durchblutung. Bei der CT-Perfusion, welche initial für die Therapieentscheidung der systemischen Thrombolyse entwickelt wurde, fallen große Datenmengen an die Auskunft geben über die patientenindividuelle Pathophysiologie des Schlaganfalls. Wichtige klinische Fragestellungen ergeben sich nun im Kontext der neu etablierten endovaskulären Thrombektomie in Bezug auf den prognostischen Wert der pathophysiologisch-relevanten radiologischen Parameter für die Therapieentscheidung.

In der Literatur und in zahlreichen Publikationen unserer Arbeitsgruppe zur Schlaganfalldiagnostik zeigt sich, dass die CT-Perfusion ein erhebliches, bisher ungenutztes Potenzial bezüglich der therapeutischen Entscheidungsfindung beinhaltet. Beispielsweise konnten wir zeigen, dass die CT-Perfusion die Detektion von Gefäßverschlüssen verbessert (Kunz et al., European Radiology 2017), andere Differentialdiagnosen wie z.B. die Sinusthrombose sichern kann (Kunz et al., Investigative Radiology 2017), sowie eine Prognose der Infarktschwellung ermöglicht (Fabritius et al., Stroke 2017).

Ihre Rolle als wissenschaftliche Hilfskraft

Für die klinische Datengrundlage werden in Kooperation mit dem Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) die klinischen Patientenakten nach relevanten klinischen Parametern ausgewertet (Zeit seit Symptombeginn, neurologisches Defizit bei Aufnahme und Entlassung, etc.). Diese Arbeiten können vor Ort im Patientenarchiv in Großhadern erfolgen (Öffnungszeiten: Montag-Donnerstag 07.00-15.30 Uhr, Freitag 07.00-12.00 Uhr), alternativ können mehrere Akten gesammelt ausgeliehen und in Räumlichkeiten der Radiologie zeitlich unabhängig ausgewertet werden, der Transport zum Archiv müsste in diesem Fall jedoch eigenständig von der Hilfskraft zu o.g. Zeiten durchgeführt werden können. Wir erwarten solide EDV-Kenntnisse, insbesondere im Umgang mit Microsoft Excel und nach Möglichkeit SPSS. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt in etwa 10 Stunden.

Bei entsprechendem zusätzlichem Einsatz mit Einarbeiten in die aktuelle Literatur und die benötigten statistischen Methoden wird eine weiterführende Doktorarbeit von unserer Seite erwünscht und sehr gerne ermöglicht. Ein hohes Interesse an radiologischen und neurologischen Fragestellungen sind dabei natürlich obligat. Im Gegenzug bieten wir eine exzellente und verbindliche Betreuung mit Koautorschaften sowie bei angemessenem Anteil eigenständiger Arbeit auch Erstautorschaften für eine kumulative Dissertation.

Ihre Arbeitsgruppe

Als HiWi (und ggf. Doktorandin/Doktorand) schließen Sie sich einer seit fünf Jahren bestehenden Arbeitsgruppe an, die bereits mehrere Promovierende erfolgreich betreut hat und die führend in der Bildgebung des Schlaganfalls ist. Hochranging publizierte Vorarbeiten betreffen in erster Linie die CT-Perfusion, die dynamische CT-Angiographie und die endovaskuläre Thrombektomie beim Schlaganfall. Gefördert werden die Projekte durch das Förderprogramm für Forschung und Lehre (FöFoLe) der Medizinischen Fakultät der LMU, über welches die HiWi-Stelle finanziert wird. Wir freuen uns über Ihre Bewerbung per Mail (einschließlich Lebenslauf und Noten) an [email protected]

Eigenschaften

Freisemester erwünscht Freisemester erwünscht
Geschätzte Dauer: 12 Monate

Förderungsmöglichkeiten

Geplant wäre wie oben beschrieben für die erste Phase eine bezahlte HiWi-Tätigkeit. Bei entsprechendem zusätzlichem Einsatz mit Einarbeiten in die aktuelle Literatur und die benötigten statistischen Methoden wird eine weiterführende Doktorarbeit von unserer Seite erwünscht und sehr gerne ermöglicht.

Kommentar

Initiativbewerbungen sind jederzeit erwünscht.

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