Pharmakologische Nachstarprophylaxe

Klinik für Augenheilkunde, Okuläre Wundheilung

Beschreibung

Keypoints:
Medizinstudent im 1. oder 2. klinischen Semester, mindestens 12 Monate, laborexperimentelle Arbeit, Freisemester obligat, Zellkultur, humanes Spendermaterial

Einleitung und Forschungsgebiet:
Die Kataraktoperation mit Implantation einer Kunstlinse ist die häufigste Operation weltweit mit allein in Deutschland jährlich ca. 417.000 Eingriffen (DGII Umfrage 2012, Stand 2011). Die häufigste Komplikation, nach Einsetzen einer Intraokularlinse, ist der Nachstar. Er tritt auch heute noch bei bis zu 40% der Patienten innerhalb der ersten zehn Jahre nach Operation auf. Es handelt sich hierbei um eine unerwünschte Wundheilungsreaktion mit einer Fibrosierung der hinteren Kapsel, die das intraokulare Streulicht erhöhen und mit einer Verringerung des Kontrastsehens und der Abbildungsqualität der Intraokularlinse einhergehen. Die gegenwärtige Therapie beschränkt sich auf das Zerstören der Linsenkapsel mittels Laser.

Interessant wäre eine pharmakologische Option zur Prophylaxe des Nachstars. Die pharmakologische Nachstarprophylaxe steht noch in der experimentellen Entwicklung und ist eine interessante Zukunftsperspektive in der minimalinvasiven Kataraktchirurgie mit verformbaren Intraokularlinsen. Dabei soll das Medikament möglichst langfristig und in hoher Konzentration unabhängig von der Patienten Compliance freigesetzt werden. Da bei jeder Operation eine künstliche Intraokularlinse in das Auge eingesetzt wird, liegt es Nahe die Intraokularlinse als Medikamententräger zu benutzen (analog des medikamentenfreisetzenden Stents in der Kardiologie).

Die laborexperimentelle Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und Charakterisierung einer medikamentenfreisetzenden Intraokularlinse. Da es sich bei der Doktorarbeit um die Entwicklung eines innovativen Medizinprodukts mit biologischen Eigenschaften handelt, suchen wir eine Doktorand/in, die/der sich gerne kreativ an der Produktentstehung beteiligt und chemische sowie materialtechnische Grundlagen mitbringt. Die zell- und molekularbiologischen Forschungsmethoden zur Charakterisierung des Effekts werden bei uns erlernt.

Methoden:

Das Labor liegt direkt im Stadtzentrum von München und ist dort der Universitätsaugenklinik direkt angeschlossen. Diese räumliche Nähe und die direkte Mitarbeit der dort tätigen Ärzte sichern den strengen klinischen Bezug der durchgeführten Grundlagenforschung. Das sehr gut etablierte Labor stellt umfangreich alle gängigen zell- und molekularbiologischen Methoden zu Verfügung und gewährleistet die Durchführung einer modernen Zellkultur. Besonders hervorzuheben ist die direkte Verfügbarkeit von humanem, primärem Augengewebe, das wir in Zusammenarbeit mit der bayerischen Hornhautbank und der Rechtsmedizin der LMU sowie unserem Operationszentrum gewinnen. Eine engmaschige Betreuung ist durch den Postdoc (Dr. med. Christian Wertheimer) und dem Betreuer (Stefan Kassumeh, Arzt) jederzeit gegeben. Die Laborleitung wird von Herrn PD Dr. med. Andreas Ohlmann übernommen, der Vollzeit im Labor tätig ist. Zwei medizinisch-technische Assistenten im Labor tragen ebenfalls zur Unterstützung bei. Die vielen anderen im Labor tätigen Doktoranden unterstützen sich gegenseitig und tauschen ihr Wissen nicht nur in der wöchentlich durchgeführten Laborbesprechung aus. Publizierte Vorarbeiten zu den Projekten finden sich auf PubMed und zeigen die langjährige Erfahrung und der Mitarbeiter in dem Forschungsgebiet der okulären Wundheilung und die fest etablierte Arbeitsmethodik (Eibl-Lindner KH et al., Wertheimer C et al., Kassumeh S et al.).

Eigenschaften

Freisemester erwünscht Freisemester erwünscht
Zellkultur
Geschätzte Dauer: 12 Monate

Kommentar

Bewerbung:
Die Bewerbung darf gerne mit Anschreiben und Lebenslauf per E-Mail erfolgen.

Beginn:
Ein Beginn ist nach Absprache mit den Betreuern ab sofort möglich.

Kontakt:
Dr. med. Christian Wertheimer
[email protected]

Stefan Kassumeh
[email protected]

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