Aktiviert transkranielle Gleichstromstimulation (t-DCS) des Motocortex die absteigende Schmerzhemmung?

Beschreibung

In den letzten Jahren ist klar geworden, dass der motorische Cortex nicht nur bei motorischen Funktionen, sondern auch in der Schmerzverarbeitung eine Rolle spielt. Ein günstiger Einfluss einer Stimulation mit transkranieller Gleichstromstimulation (t-DCS) über dem Motocortex (M1) auf chronische Schmerzen (z.B. neuropathische Schmerzen und Fibromyalgie) ist wiederholt gezeigt worden. Der Mechanismus ist nicht abschließend geklärt, möglicherweise beruht er auf einer Aktivierung der absteigenden Schmerzhemmung. Die absteigende Schmerzhemmung ist ein System der körpereigenen Schmerzhemmung, das über lange absteigende Bahnen das Rückenmark erreicht und dort eine Reduktion der nozizeptiven Übertragung bewirkt. Die t-DCS ist eine Methode zur Steigerung oder Reduktion der neuronalen Erregbarkeit in größeren Neuronenverbänden beim Menschen. In der hier angebotenen Studie soll untersucht werden, ob die (anodale = erregende) t-DCS über dem Motocortex beim Menschen zu einer Aktivierung der absteigenden Schmerzhemmung führt. Dazu soll der Effekt der t-DCS auf den nozizeptiven Flexorreflex gemessen werden, der als Maß der spinalen nozizeptiven Übertragung beim Menschen dient. Eine Reduktion der Größe des Flexorreflexes nach der t-DCS würde daher eine Aktivierung der absteigenden Schmerzhemmung anzeigen. Die echte Stimulation wird dabei mit einer Schein-Stimulation verglichen. Parallel zum Flexorreflex wird die Schmerzintensität erhoben und somatosensorisch evozierte Potentiale gemessen, um auch die supraspinale Nozizeption zu quantifizieren. Vor und nach dem Versuch wird außerdem die Aktivierbarkeit der absteigenden Schmerzhemmung mit dem Offset Analgesie Paradigma und dem „Schmerz hemmt Schmerz“ Paradigma quantifiziert.

Voraussetzungen: Es handelt sich um eine technisch und konzeptionell anspruchsvolle Arbeit, die hohen persönlichen Einsatz und echtes Interesse am Thema erfordert. Sie richtet sich an Studenten ab dem 1. klinischen Semester, die an Neuro- wissenschaften interessiert sind und sich eine Doktorarbeit in dem Bereich der Schmerzforschung vorstellen können. Der Umgang mit der Reiz- und Ableitapparatur sowie die Auswertung der Daten erfordern ein gewisses technisches Grundverständnis und gründliche Einarbeitung. Man sollte außerdem Spaß am Umgang mit den Probanden haben. Sorgfältiges Arbeiten und Dokumentieren der Ergebnisse ist erforderlich. Zeitplan: Einarbeitung ab sofort, Dauer der Datenerhebung etwa 1 Jahr, Auswertung so zeitnah wie möglich.

Wir bieten: gründliche Einarbeitung in alle benötigten Techniken, einschließlich der statistischen Auswertung der erhobenen Daten, gute Betreuung während der Durchführung der Studie, ein bereits weitgehend stehendes Studienkonzept, Einblicke in klinische und wissenschaftliche Aspekte der Schmerzforschung und eine nette Atmosphäre in der Arbeitsgruppe! Die Ergebnisse sollen im Rahmen einer Postersession auf dem Deutschen Schmerzkongress präsentiert und in einem internationalen Fachjournal veröffentlicht werden.
Informationen zur strukturierten Promotion zum Dr. med. finden Sie auf der Webseite
des Promotionsbüros: https://www.med.uni- muenchen.de/promotion/promotionsmoeglichkeiten/
index.html

Verantwortlich für die Studie:
PD Dr. Ruth Ruscheweyh, Prof. Dr. A. Straube, Neurologische Klinik.

Eigenschaften

Geschätzte Dauer: 10 Monate

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