Experimentelle Doktorarbeit in der Gastroenterologie

Medizinische Klinik und Poliklinik II, Molekulare Gastroenterologie

Beschreibung

Wer sind wir?
Die Medizinische Klinik II beschäftigt sich mit der Behandlung und Erforschung von Krankheiten die den Magen-Darm-Trakt, Leber und Bauchspeicheldrüse betreffen. Die AG deToni (molekulare Gastroenterologie) hat sich die zielgerichtete Behandlung gastrointestinaler Tumore spezialisiert und interessiert insbesondere für die Entstehung des Hepatozellulären Karzinoms (HCC) aus Leberzirrhose.

Für den Zeitraum im SoSe-Ferien19 + WiSe19/20 + WiSe-Ferien20 vergibt die AG deToni bis zu vier medizinisch-experimentelle Doktorarbeiten im Bereich des Hepatozellulären Karzinoms für Medizinstudenten im klinischen Abschnitt des Studiums.

Zu den Projekten:

Nachfolgend eine Kurzbeschreibung der Projekte mit Ziel und Arbeitsprogramm. Ausführlichere Informationen sind beim Interview erhältlich.

1.) Medikamentenscreening von HCC Organoid Zelllinien
Erstmals haben wir mit der Organoid Technologie die Möglichkeit routinemäßig primäre Tumorzelllinien zu kultivieren. Das hepatozelluläre Karzinom ist eine Tumorentität mit wenigen und wenig wirksamen Therapiemöglichkeiten.

Ziel: Testung des Organoidsystems auf die Vorhersagekraft des klinischen Ansprechens auf eine medikamentöse Therapie

Arbeitsprogramm:
• Routinemäßige Asservierung und Kultur von Organoidzelllinien
• Testung auf die medikamentöse Therapie des Patienten (z.B. Sorafenib, Cabozantinib, Regorafenib…)


2.) TGF-β signaling und Crosstalk mit AKT beim hepatozellulären Karzinom
In zahlreichen Analysen auf Protein und RNA Ebene zeigten sich TGF-β und AKT als sehr wichtige Signalwege des hepatozellulären Karzinoms. In zahlreichen Studien zeigte sich für andere Tumorentitäten ein ausgiebiger und klinisch relevanter Crosstalk dieser zwei Signalwege. Dieses Projekt hat als Thema den Crosstalk dieser beiden Signalwege.

Ziel: Systematische Erfassung des AKT und TGF-β signalings und deren Crosstalk beim HCC.

Arbeitsprogramm:
• Durchführung von Immunhistochemie von HCC Tissue Microarrays
• Perturbation der Signalwege in HCC Zelllinien (inhibition mittels Inhibitoren)

3.) Differenzierungsfaktoren FoxH1 und Trim33 in der Leberregeneration, Leberzirrhose und hepatische Karzinogenese.
Die Differenzierungsfaktoren FoxH1 und Trim33 sind aus der Stammzellforschung bekannt. In vorläufigen Untersuchungen zeigte sich, dass diese Faktoren in der Leberregeneration nach einem akuten Leberschaden hochreguliert sind. In vitro Untersuchungen zeigen, dass diese Faktoren auf die Differenzierung von hepatischen Stammzellen eine wesentliche Rolle spielen.

Ziele: Untersuchung von FoxH1 und Trim33 bei Leberzirrhose-, ACLF und HCC Patienten.

Arbeitsprogramm:
• Isolation von humanen hepatischen Stammzellen und Modulation von FoxH1 und Trim33.
• Färbungen von HCC Tissue Microarray’s und Auswertung dieser.

4.) Osteoprotegerin (OPG) ein Regulator des β-Catenin Signalweges beim HCC
In präklinischen Untersuchungen zeigte sich, dass die absoluten Serum Osteoprotegerin Konzentrationen eine prognostische Wertigkeit beim fortgeschrittenen metastasiertem kolorektalen Karzinom haben (Bild). Es wird vermutet, dass Osteoprotegerin für Immunevasion verantwortlich ist und es wir durch den β-Catenin Signalweg reguliert. Beim hepatozellulären Karzinom ist Immunevasion eine wesentliche Komponente der Karzinogenese und der β-Catenin Signalweg nimmt eine wichtige Rolle ein. Ob Osteoprotegerin beim HCC ebenso eine relevante Rolle spielt, wurde bisher nicht untersucht.

Ziel: Untersuchung der klinischen Wertigkeit von OPG beim HCC.

Arbeitsprogramm:
• Immunhistochemische Analysen von Tissue Microarrays von HCC mit Korrelation mit dem Immunprofil der HCC‘s
• Charakterisierung von OPG in HCC Zelllinien


Projektplan:

Vorbereitung: Nach erfolgreicher Bewerbung und Interview würden wir gerne zeitnah alle Formalitäten wie Modul 6 Antrag, Antrag beim Promotionsbüro, Hospitanten/Hilfskraftvertrag in die Wege leiten.

Einarbeitung: Die ausführliche Einarbeitung in die benötigten Methoden wie Zellkultur, Mikroskopie, Immunhistochemie/Immunfluoreszenz, etc. würde strukturiert durch die Mitarbeiter unserer Arbeitsgruppe während des Sommersemesters 2019 erfolgen.

Vollzeitforschung: SoSe-Ferien + Modul 6 + WiSe-Ferien

Was bieten wir:
- Strukturierte, experimentelle Promotion in vorher festgelegtem Zeitraum
- Engmaschige Betreuung durch Projektbetreuer für inhaltliche Fragen und Technische Assistenz für methodische Fragen
- Wöchentliche Labmeeting der gesamten Arbeitsgruppe inklusive des Doktorvaters

Voraussetzungen:
- Physikum
- Erfolgreich bestandenes Modul 1
- Hohes Maß an Selbstständigkeit und überdurchschnittliche Motivation
- Erfahrung im Labor/experimenteller Forschung gewünscht, aber nicht zwingend notwendig

Bewerbung: Bitte einen aussagekräftigen Lebenslauf zusenden.

Eigenschaften

Zellkultur
Geschätzte Dauer: 8 Monate

Kontakt