Experimentelle Doktorarbeit in der Augenheilkunde

Klinik für Augenheilkunde, Okuläre Wundheilung

Beschreibung

Entwicklung eines innovativen Medikamententrägers zur Prophylaxe der proliferativen Vireoretinopathie.

Einleitung und Forschungsgebiet:

Durch die Netzhaut wird das einfallende Licht in Nervenimpulse umgewandelt. Unter der Netzhaut befindet sich das retinale Pigmentepithel. Bei der Netzhautablösung, einem augenmedizinischen Notfall, löst sich die Netzhaut vom retinalen Pigmentepithel ab. Um das Auge zu erhalten und die Erblindung zu verhindern ist eine zeitnahe Operation notwendig. In 5 bis 12% der Fälle wird die Netzhautablösung durch die proliferative Vitreoretinopathie (PVR) kompliziert, welche normalerweise nach der chirurgischen Wiederanlegung der Netzhaut auftritt. Als inadäquate Wundheilungsreaktion ist sie die häufigste Ursache für eine erneute Ablösung. Die betroffenen Patienten benötigen oft mehrere chirurgische Eingriffe, was in der Regel mit einer deutlichen Reduktion der resultierenden Sehkraft einhergeht.

Die Pathogenese der PVR ist nur teilweise geklärt, auch wenn deren Untersuchung derzeit Gegenstand verschiedener Studien ist und war. Klinisch ist sie durch die Entstehung von derben Membranen auf der Netzhaut gekennzeichnet, die in der Lage sind, sich zusammenzuziehen und durch Traktion die Netzhaut vom retinalen Pigmentepithel erneut abzulösen. Myofibroblastische/Fibrotische Zellen bauen diese Membranen nach Zellinvasion in den Glaskörper auf. Der Phänotyp der eindringenden Zellen konnte noch nicht vollständig bestimmt werden. Die Migration von retinalen Pigmentepithelzellen, Gliazellen und Immunzellen wie Makrophagen oder Mikroglia wurde beschrieben.

Gegenwärtig beschränkt sich die Therapie der PVR auf das sorgfältige Abpräparieren der Membranen und das Tamponieren des Glaskörperraums mit Gas oder einer schweren Flüssigkeit. Eine pharmakologische Option zur Prophylaxe ist derzeit klinisch noch nicht erhältlich. In den letzten Jahrzehnten wurden mehrere pharmakologische Substanzen mit verschiedenen zellulären und molekularbiologischen Targets vorgeschlagen. Zur Prophylaxe der PVR muss ein Medikament unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Zum Beispiel die Verfügbarkeit des Medikaments an der benötigten Stelle, die gewünschten biochemischen Effekte, bei ausreichend hoher Konzentration und Biokompatibilität, und einen Ausschluss der Toxizität. Gleichzeitig müssen auch pharmakodynamische und pharmakokinetische Aspekte berücksichtigt werden.

Dabei soll das Medikament möglichst langfristig und in hoher Konzentration unabhängig von der Patienten Compliance freigesetzt werden. Hier liegt es nahe einen Medikamententräger zu benutzen (analog des medikamentenfreisetzenden Stents in der Kardiologie). Die laborexperimentelle Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und Charakterisierung eines Medikamententrägers zur Prophylaxe und Therapie der PVR. Da es sich bei der Doktorarbeit um die Entwicklung eines innovativen Medizinprodukts mit biologischen Eigenschaften handelt, suchen wir eine Doktorand/in (m/w/d), die/der sich gerne kreativ an der Produktentstehung beteiligt will. Gleichzeitig wäre ein Interesse für einfache chemische Grundlagen von Hilfe. Die zell- und molekularbiologischen Forschungsmethoden zur Charakterisierung des Effekts werden bei uns erlernt.

Methoden:

Das Labor liegt direkt im Stadtzentrum von München und ist dort der Universitätsaugenklinik direkt angeschlossen. Diese räumlich Nähe und die direkte Mitarbeit der dort tätigen Ärzte sichern den strengen klinischen Bezug der durchgeführten Grundlagenforschung. Das sehr gut etablierte Labor stellt umfangreich alle gängigen Zell- und molekularbiologischen Methoden zu Verfügung und gewährleistet die Durchführung einer modernen Zellkultur. Besonders hervorzuheben ist die direkte Verfügbarkeit von humanem, primärem Augengewebe, dass wir in Zusammenarbeit mit der bayerischen Hornhautbank und der Rechtsmedizin der LMU sowie unserem Operationszentrum gewinnen. Eine engmaschige Betreuung ist durch den Betreuer (Dr. med. Christian Wertheimer) jederzeit gegeben. Die Laborleitung wird von Herrn PD Dr. med. Andreas Ohlmann übernommen, der Vollzeit im Labor tätig ist. Zwei medizinisch technische Assistenten im Labor tragen ebenfalls zur Unterstützung bei. Die vielen anderen im Labor tätigen Doktoranden unterstützen sich gegenseitig und tauschen ihr Wissen nicht nur in der wöchentlich durchgeführten Laborbesprechung aus. Publizierte Vorarbeiten zu den Projekten finden sich auf PubMed und zeigen die langjährige Erfahrung und der Mitarbeiter in dem Forschungsgebiet der okulären Wundheilung und die fest etablierte Arbeitsmethodik (Eibl-Lindner KH et al., Wertheimer C et al., Kassumeh S et al.).

Eigenschaften

Zellkultur
Geschätzte Dauer: 12 Monate

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